Depression als Rollenspiel

Sie fühlen sich traurig und leer. Ihr Interesse an Dingen, die ihnen zuvor Freude bereiteten, ist deutlich vermindert. Sie schlafen zu viel oder zu wenig. Sie leiden unter Müdigkeit und Energieverlust. Sie bekunden, sich schuldig und wertlos zu fühlen. Entscheidungen fallen ihnen schwer. Sie können sich nicht konzentrieren. Oft denken sie an den Tod und mitunter auch daran, sich selbst das Leben zu nehmen. Es ist, als ob sie ein schwarzes Loch verschluckt hätte.

Goethe schreibt:

“Gut verloren – etwas verloren!
Musst rasch dich besinnen
Und neues gewinnen.
Ehre verloren – viel verloren!
Musst Ruhm gewinnen,
Da werden die Leute sich anders besinnen.
Mut verloren – alles verloren!
Da wär es besser: nicht geboren.”1)Goethe litt zeitlebens unter Depressionen und Angstzuständen. Er überwand diese Phänomene allerdings immer wieder durch eine Selbsttherapie (Holm-Hadulla, R. M. (2009). Goethes Studienkrise, Depression und seine Selbstbehandlungsstrategien. Psychotherapeut, 1-5). Professionelle Psychotherapeuten und Antidepressive gab es zu seiner Zeit noch nicht. Vielleicht zum Glück. Unter Umständen würde heute niemand mehr seinen Namen kennen, wenn er einer psychiatrischen Behandlung in modernem Stil unterworfen worden wäre.

Der Depressive erweckt den Eindruck, als habe er den schlimmsten Verlust erlitten, den ein Mensch überhaupt zu erleiden vermag, als habe er tatsächlich den Mut verloren, als sei es für ihn besser, nicht geboren worden zu sein.

Manche Depressive haben in der Tat Gut verloren, indem sie beispielsweise arbeitslos wurden. Oder sie haben Ehre verloren, weil sie Haus und Hof verspielten und ihre Schulden nicht zurückzahlen konnten oder weil ihnen der Ehepartner davonlief. Aber viele Depressive leben in gesicherten Verhältnissen und ihr Ruf ist tadellos.

Dennoch wirken sie, oft ohne erkennbaren, zulänglichen Grund, so, als hätten sie all ihren Mut eingebüßt. Viele meinen, die Depressiven seien Opfer einer Krankheit. Es liefe in ihrem Gehirn ein Prozess ab, der sie depressiv mache. Diesen biologischen Ablauf könnten sie mit eigenem Willen nicht beeinflussen. Es gibt allerdings beim gegenwärtigen Forschungsstand nicht den Hauch eines Beweises dafür, dass ein solcher Defekt im Gehirn tatsächlich existiert.

Dass ein Mangel an Serotonin als Erklärung für die nicht taugt, sollte sich inzwischen herumgesprochen haben. Ob zukünftig vergleichbaren „biologischen“ Hypothesen ein anderes Schicksal beschieden sein wird als dem Serotonin, erscheint beim gegenwärtigen Forschungsstand zweifelhaft.2)Siehe meinen Artikel: Serotonin, Depression, Antidepressiva

Die Depressiven erwecken den Eindruck, als ob ihnen nichts mehr Freude bereite, sie keine Kraft mehr in sich spürten, ihnen das Leben fad und widerwärtig schmecke, ihnen sogar das Denken zur Qual werde und ihre Gefühlswelt ausgebrannt sei, als ob sich eine Feuerwand durch ihre Seele gewalzt und dort nur kalte Asche hinterlassen habe.

Warum? Gibt es vielleicht doch einen bisher unentdeckten Mechanismus irgendwo im Nervensystem? Oder liegt dem eine Entscheidung zugrunde?

Wir sind geneigt, jemanden schlechtes Benehmen zu unterstellen, wenn er sich nicht beherrscht, wo er das sollte. Haben wir aber denn Eindruck, er könne nicht anders, so liegt der Verdacht einer „psychischen Krankheit“ nahe.

Die Frage also: Hat ein Mensch die Kontrolle über sich verloren oder hat er sie preisgegeben – etwa wie ein Betrunkener?

Die Zahl der Depressiven nimmt angeblich in allen Industrienationen beständig zu. Man könnte also spekulieren, dass diese „psychische Störung“ mit den Belastungen des modernen Arbeitslebens oder mit den entfremdeten Lebensbedingungen in kapitalistischen Gesellschaften zusammenhängt. Aus dieser Sicht könnte man die Depression als eine Stress-Erkrankung interpretieren.

Dagegen spricht allerdings, dass es keinen direkten Zusammenhang zwischen stressauslösenden Bedingungen und depressiven Reaktionen gibt. Menschen unterscheiden sich ganz erheblich hinsichtlich ihrer Belastbarkeit und generell gilt: Je stabiler die sozialen Beziehungen eines Menschen sind, je häufiger er positive Emotionen erfährt und je klarer ihm der eigene Lebenssinn vor Augen steht, desto belastbarer ist er auch.3)Rutten B. P. F. et al. (2013). Resilience in mental health: linking psychological and neurobiological perspectives. Acta Psychiatr Scand 2013: 1–18

Es gibt also vernünftige Gründe dafür zu unterstellen, dass weder das Serotonin (oder andere biologische Faktoren), noch die Belastungen des Alltagslebens hinlänglich zu erklären vermögen, warum ein Mensch den Eindruck erweckt, dass er den Mut verloren habe und besser nicht geboren worden wäre.

Es steht zu vermuten, dass es Gründe für diese Selbstdarstellung gibt, die sich nicht mit derart vordergründigen Faktoren erklären lassen. Diese Gründe eignen sich, in Form kurzer Botschaften, weder für das Pharma-Marketing, noch für die antikapitalistische politische Propaganda.

Eine weitere einfache Botschaft, nämlich dass Depressionen angeboren seien, habe ich bisher noch nicht erwähnt. Hier muss man nicht viele Worte verlieren: Es ist bisher nicht gelungen, genetische Grundlagen dieser (oder irgendeiner anderen) „psychischen Erkrankung“ zu identifizieren.

Damit entfällt natürlich auch diese Ausrede. Die Betroffenen können sich nicht damit rechtfertigen, dass sie ihre vorgeschützte Mutlosigkeit von ihren Altvorderen geerbt hätten.4)Joseph, J., & Ratner, C. (2013). The Fruitless Search for Genes in Psychiatry and Psychology: Time to Re-Examine a Paradigm. In S. Krimsky & J. Gruber (Eds.), Genetic Explanations: Sense and Nonsense (pp. 94-106). Cambridge, MA: Harvard University Press

Man könnte natürlich einwenden: Auch wenn bisher noch keine biologischen oder sozialen Ursachen für Depressionen entdeckt worden seien, so könnte es sie dennoch geben. Diese Logik ist sicher zwingend. Allein: Das hilft nichts. Auch wenn es nicht auszuschließen ist, dass man irgendwann einmal im Lotto gewinnt, so kann man heute damit seine Schulden nicht bezahlen. Auch diese Logik ist ebenso sicher zwingend.

Diese Überlegungen führen mich zu folgender Hypothese: Menschen haben keine Depression, sondern sie stellen sich als depressiv dar, sie haben die Rolle des „psychisch Kranken“ übernommen.

Diese Unterscheidung ist nicht zynisch, sondern eine legitime Schlussfolgerung aus dem empirischen Forschungsstand. Da die Serotonin-Hypothese gescheitert ist, da die Stresstheorie nicht wirklich überzeugen kann und da auch die Erbanlagen keine Besonderheiten aufweisen, fehlt nun einmal der Beweis dafür, dass die Depressiven tatsächlich krank sind. Deswegen ist die Vermutung legitim, dass sie die Depression, warum auch immer, nur schauspielern.

Die Behauptung, dass die Depression ein Rollenspiel sei, ist freilich eine unbewiesene These. Sie steht allerdings nicht im Widerspruch zum gegenwärtigen Forschungsstand. Vielleicht wird irgendwann einmal ein gestörter Hirnschaltkreis entdeckt, der auf Defekten im Genom beruht und der für Depressionen verantwortlich ist. Dies kann man nicht grundsätzlich ausschließen.

Dennoch: Es gibt beim gegenwärtigen Forschungsstand keine Anhaltspunkte dafür, die einer empirischen Überprüfung standhalten.5)Ein Kandidat für eine biologisch fundierte, empirisch tragfähige Theorie einer Variante der Depression betrifft die Melancholie, eine schwere Form der Depression, die heute in den einschlägigen Diagnose-Manualen in das Syndrom „Major depressive disorder (MDD)“ (DSM) integriert und dadurch als eigenständiges Syndrom eliminiert wurde. Bei dieser Störung könnten Störungen der Cortisol-Produktion tatsächlich eine Rolle spielen (Greenberg, G. (2013). The Book of Woe. The DSM and the Unmaking of Psychiatry. New York: Penguin Books: 335 f.). Es lassen sich Assoziationen zwischen Cortisol und Melancholie empirisch erhärten; diese werden aber statistisch insignifikant, wenn man die Melancholiker mit den MDD-Betroffenen zusammenfasst.

Im Übrigen schließt die These des Rollenspiels nicht aus, dass die Rollenspieler unter ihren Zuständen leiden. Leiden gehört zum Leben, es ist, leider, normal. Depressive haben sich entschieden, ihr alltägliches, unvermeidliches, mit dem Leben naturhaft verbundenes Leiden in Form einer „Krankheit“ auszuleben.

Sie übernehmen die Rolle des „psychisch Kranken“ – mit all den damit verbundenen Konsequenzen.6)Dies schreibe ich selbstverständlich unter dem Vorbehalt, dass es sich bei der Depression tatsächlich um die Reaktion eines intakten Gehirns auf als misslich empfundene Umstände handelt. Depressive, bei denen sich eine körperliche Ursache zeigen lässt, müssen natürlich differenziert betrachtet werden. Aber auch in diesen Fällen stellt sich die Frage, ob der körperliche Mechanismus zwingend ist oder nur zur Depression geneigt stimmt.

Sind Depressive also zu tadeln? Schließlich war es noch nie die feine englische Art, sich unbegründet von Verantwortung freizusprechen. Wer sich nämlich als mutlos, als verzagt gibt, der vernachlässigt natürlich logischerweise auch Aufgaben, die ihm das Leben stellt oder die er sich im Leben stellen sollte. Er bleibt seinen Mitmenschen etwas schuldig. Außerdem verfehlt er Ziele, die er sehr wohl erreichen könnte, wenn er nicht alle Hände voll damit zu tun hätte, den Eindruck der Mutlosigkeit zu erwecken.

Wenn es eine objektive Methode, einen zuverlässigen und zutreffenden medizinischen Test gäbe, um das Vorliegen einer Depression im Sinne einer psychischen Krankheit festzustellen, dann sähe die Sache natürlich anders aus. Leider beruht die Diagnose der Depression ausschließlich auf Meinungen: auf der Meinung des Diagnostikers, des „Patienten“, von Angehörigen und sonstigen Herumstehenden.

Diese Meinungen sind durch und durch subjektiv. Sie beziehen sich auf äußere Anzeichen (Handlungen bzw. Unterlassungen, Gesichtszüge, Tonfall etc.). Keines dieser Anzeichen kann eindeutig interpretiert werden – in dem Sinne, dass man mit seiner Hilfe zuverlässig zwischen Schauspielerei und Nicht-Schauspielerei unterscheiden könnte.

Wer sich mutlos fühlt, wem das Leben keine Freude mehr zu bereiten vermag, wer glaubt, er sei in ein schwarzes Loch gestürzt, der sollte wissen, dass dies unter günstigen Bedingungen ein vorübergehender Zustand ist. Dies war er zumindest in früheren Zeiten, als die Depressionen noch nicht, wie heute, zu einem Mordsgeschäft geworden waren.7)Whitaker, R. (2010). Anatomy of an Epidemic. Magic Bullets, Psychiatric Drugs, and the Astonishing Rise of Mental Illness in America. New York: Broadway Paperbacks

Seit Anbeginn der Menschheit ist das Leben ein Auf und Ab. Manchmal regnet es, manchmal scheint die Sonne. Manchmal ist uns das Glück hold. Mitunter werden wir vom Pech verfolgt. Miese Stimmungen sind ganz normal, denn diese Welt ist höchst fehlbar und ungerecht. Und erst der Mensch, das Individuum: Weit davon entfernt ist es, stets nur Lebensgenuss und Zuversicht in sich zu nähren.

Doch wehe, ein Mensch, der vorübergehend den Mut verloren hat, ist von Experten umgeben oder von Menschen, die sich als Experten fühlen. Das Mindeste, was passieren kann, ist das Verschreiben von Medikamenten, von Antidepressiva, die nicht wesentlich effektiver sind als Placebo-Pillen, aber gravierende Schadwirkungen haben.

Sobald der „Patient“ dank der zweifelhaften Wirkungen solcher Medikamente erst einmal den Eindruck gewonnen hat, ihm sei auch mit den „härtesten Hämmern“ nicht mehr zu helfen, hat er bereits den ersten Schritt auf dem Weg in den Abgrund unternommen.

Er hat die Rolle des Psychiatriepatienten übernommen. Wenn er ein guter Patient ist, dann ist er auch ein guter Schauspieler. Und so spielt er die Rolle des Depressiven, bis aus ihm ein „chronisch Kranker“ geworden ist. Als ein solcher braucht er jedes Jahr mindestens 60 Stunden Psychotherapie sowie regelmäßig seine Pillen. Allein, deren Wirksamkeit beruht auf dem Glauben daran. Das ist paradox bei einem Menschen, der vorgibt, ganz allgemein den Glauben verloren zu haben.

Wenn man die Depression rollenspieltheoretisch betrachtet, so drängt sich der Verdacht auf, dass ein „Patient“ oftmals die Rolle des Depressiven spielt, um vor einer Lebensaufgabe auszuweichen, bei der er zu scheitern fürchtete. Dann kommt ihm nämlich die ärztliche Diagnose gerade recht, denn sie spricht ihn von der Verantwortung für dieses Ausweichen frei. Schließlich kann ja niemand etwas dafür, dass er krank ist – vor allem dann nicht, wenn’s an den Genen liegt, also die Vorfahren schuld sind.

Der „Patient“ muss demgemäß keineswegs neuen Mut fassen, sich aufraffen und dem Schicksal trotzen, sondern nur Pillen schlucken und Psychotherapien absolvieren. Allein durch diese medizinischen Maßnahmen, so glaubt man nur zu gern, erhält man eine Chance, die Depressionen zu überwinden – und wenn dies nicht gelingt, dann haben die Pillen oder die Ärzte versagt.

Mitunter geht es den „Patienten“ nach solchen Maßnahmen durchaus besser, weil der Placebo-Effekt bekanntlich tatsächlich wirksam ist. Allein, in der nächsten Krise, wenn wieder einmal das Leben gar nicht nett und freundlich ist, geht das Spiel von vorn los. Wieder wird die Krankenrolle übernommen, wieder wird Verantwortung projiziert, wieder einmal wird vor Aufgaben ausgewichen, die dringend zu erledigen sind – und schließlich wird das Leben in Depressionen zur schlechten Gewohnheit.

Ein Mann, nennen wir ihn Paul, verliert seinen Job. Er findet keinen neuen. Schließlich verlässt ihn seine Frau. Er hat nur wenige Freunde, die meisten leben in intakten Familien und haben wenig Zeit für ihn. Er fühlt sich traurig und leer. Er hat keine Freude mehr an alltäglicher Aktivität, auch nicht mehr an Tätigkeiten, die ihn zuvor begeisterten. Er fühlt sich immer müde, kommt selten vor 12 Uhr aus dem Bett. Trotzdem spürt er eine unerklärliche Unruhe in sich, sein Schlaf ist schlecht. Er fühlt sich wertlos und grübelt darüber nach, ob er nicht an all dem nicht selbst schuld sei. Mitunter denkt er an Freitod. Er quält sich durch den Tag.

  • Folgt man dem medizinischen Modell psychischer Krankheiten, so ist Paul „depressiv“. Ausgelöst durch soziale Stressoren, ist er krank geworden, weil er an einer angeborenen Störung seines Gehirns leidet. Diese führt dazu, dass er Belastungen durch Umweltbedingungen nicht so gut standzuhalten vermag wie psychisch gesunde Leute. Hätte er diese Gehirnstörung nicht, so würde er, allenfalls nach einer kurzen Phase der Verwirrung, wieder Kraft schöpfen und zu neuen Ufern aufbrechen.
  • Folgt man dem sozialwissenschaftlichen Modell psychischer Störungen, so ist Paul das Opfer seiner Verhältnisse. Der Verlust von Arbeitsplatz und Ehefrau, die soziale Isolation sowie eine Vielzahl weiterer sozio-ökonomischer Bedingungen haben die depressive Verstimmung hervorgebracht. Beinahe jeder, der solchen Verhältnissen ausgesetzt ist, entwickelt die eine oder andere Form psychischer Störungen, es sei denn, dass protektive Faktoren in seiner Umwelt ihn davor bewahren.

Doch was ist tatsächlich geschehen: Paul verlor seinen Arbeitsplatz und sagte sich: Dies ist schrecklich, nie wieder werde ich eine Arbeit finden, ich bin wertlos. Er verlor seine Frau und sagte sich: Dies ist schrecklich, nie wieder werde ich eine Frau finden, ich bin nicht liebenswert. Er geriet in soziale Isolation und sagte sich: Das ist schrecklich, nie wieder werde ich Freunde finden, ich bin nicht mehr interessant für andere.

Die Folge dieser Gedanken waren Gefühle der Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung, er stürzte in ein „schwarzes Loch“. Es ist nicht zu erkennen, dass ihn irgendetwas dazu gezwungen hätte, auf die objektiven Sachverhalte seines Lebens (Arbeitsplatzverlust, Scheidung, soziale Isolation) mit diesen Gedanken zu reagieren.

Die biologischen Theorien der Depression sind gescheitert.8)Auch wenn bei einem Teil der Depressiven, den Melancholikern, eine körperliche Ursache im Bündel der Determinanten eine Rolle spielen könnten, so betrifft dies doch nur eine kleine Gruppe der als depressiv Diagnostizierten. Und auch die sozialwissenschaftlichen Theorien können nicht plausibel begründen, wieso eigentlich ein Mensch in einer solchen Situation gleichsam automatisch mit derartigen Gedanken reagieren müsste.

Warum auch immer sich Paul so verhält, wie er sich verhält: Er hat sich dazu entschieden. Er hat sich dazu entschieden, sich der Traurigkeit hinzugeben. Er hat sich dazu entschieden, an nichts mehr Freude zu empfinden. Er hat sich dazu entschieden, nicht vor zwölf Uhr aufzustehen. Er hat sich zur Schlaflosigkeit entschieden.

Der Mensch ist, wie Jean Paul Sartre sagt, zur Freiheit verdammt. Er ist nicht festgelegt. Paul hat seine Freiheit genutzt, er wurde „depressiv“. Er hätte sich auch anders entscheiden können. Er hat sich aber entschieden, zu einem Psychiater zu gehen. Er hat sich entschieden, Antidepressiva zu nehmen. Er hat sich entschieden, die Rolle des „psychisch Kranken“ zu spielen.

Er hatte die Wahl. Immer, immer hat der Mensch die Wahl. Er hat sich schließlich umgebracht, weil er die Wahl hatte. Wäre er nicht zu einem Psychiater gegangen und hätte er sich einem guten Freund anvertraut, und hätte ihm dieser gute Freund vermitteln können, dass wir immer die Wahl haben, die Dinge „den Umständen entsprechend“ positiv zu sehen, dann würde er vermutlich noch leben.

Paul aber wurde suggeriert, er litte an einer angeborenen, unheilbaren Gehirnerkrankung, deren Symptome man jedoch durch die modernen Antidepressiva recht gut in den Griff bekommen könne.

Das ist eine glatte Lüge. Es ist vielmehr erwiesen, dass Antidepressiva, wenn überhaupt, kaum effektiver sind als Placebos. Jede Trauer, jede Verzweiflung in seinem Leben, die sich infolge von Widrigkeiten einstellte, hat Paul fortan als Bestätigung der Theorie interpretiert, er litte an einer unheilbaren Gehirnerkrankung und er sei deshalb zu ewiger Qual verdammt, die allenfalls, mehr schlecht als recht, durch „Medikamente“ gelindert werden könne.

„Depressionen“ überfallen uns nicht wie eine Naturkatastrophe. Sie werden gewählt. Die Betroffenen entscheiden sich dazu, „depressiv“ zu sein. Sie machen sich depressiv, warum auch immer.

Fraglos gibt es schreckliche Lebensumstände. Aber niemand ist dazu gezwungen, „depressiv“ auf sie zu reagieren. Keine Krankheit hat den „Depressiven“ im Griff. Niemand hat eine Depression, er deprimiert sich selbst.

Der britische Psychologe und Psychotherapeut Peter Kinderman schreibt:

„Wenn etwas Schlimmes geschieht – zum Beispiel wenn uns jemand eine schlechte Nachricht überbringt – neigen wir dazu, uns ein wenig schlecht zu fühlen. Angesichts der Art, wie das menschliche Gedächtnis funktioniert, bedeutet dies, dass, wenn unsere Stimmung sinkt, die Wahrscheinlichkeit steigt, dass wir an mehr negative Dinge denken. Das ist einfache Psychologie, so funktioniert eine Menge der Werbung. Wenn wir den Samen einer Idee in den Geist eines anderen einpflanzen können, so wird ihn das Netzwerk der Assoziationen dazu führen, an einen weiten Bereich verwandter Angelegenheiten zu denken. Deswegen ist es leicht möglich, nach schlechten Nachrichten eine Schneeball-Lawine negativer Erinnerungen zu erfahren. Dies kann dazu führen, dass wir uns noch schlechter fühlen, und vielleicht nachfolgende Ereignisse in einem schlechteren Licht interpretieren als sonst. Diese Interpretationen ziehen unsere Stimmung noch weiter herunter. Wenn wir depressiv werden, fühlen wir uns müde, lethargisch und lustlos (wir genießen die Dinge nicht mehr so, wie das zuvor der Fall war). Es ist dann natürlich, uns zurückzuziehen – zurückzuziehen von sozialen Ereignissen, mit den Dingen, die wir gewöhnlich taten, aufzuhören (weil wir sie nicht länger genießen), und unsere Sorge um uns selbst fahren zu lassen. Wenn wir uns so verhalten, schneiden wir uns selbst von Dingen ab, die uns die Möglichkeit für Belohnungen und Freude bieten. Und deshalb sinkt unsere Stimmung noch tiefer. Und so entsteht ein Teufelskreis, der uns in die Depression zieht.“9)Kinderman, P. (2014). A Prescription for Psychiatry. Why We Need a Whole New Approach to Mental Health and Wellbeing. London: Palgrave Macmillan – Kindle Edition, Pos. 1519

Kinderman betont, dass dieser Teufelskreis keineswegs Folge einer Krankheit oder gar diese selbst sei, sondern eine normale Reaktion, die man mit schlichter Psychologie erklären könne.

Der beschriebene Teufelskreis ist kein Automatismus im Sinne einer Hirnpathologie, die uns keine Wahl ließe, als in den tiefsten Tiefen der Trübsal zu versinken. Er ist vielmehr die Folge einer Reihe falscher Entscheidungen angesichts widriger oder als widrig empfundener Umstände.10)Ich will nicht völlig ausschließen, dass bei einem Teil der Depressiven körperliche Mechanismen, die kaum oder gar nicht zu kontrollieren sind, die Verdüsterung der Stimmung herbeiführen. Doch wenn dies überhaupt der Fall sein sollte, so betrifft dieses Phänomen nur eine winzige Minderheit der als depressiv Diagnostizierten.

Leider werden Menschen in unserer Kultur dazu verführt, den Lebensstil der Depression zu wählen. Gefühle der Traurigkeit, der Hoffnungslosigkeit gehören zum Leben. Sie sind unvermeidlich. Aber man muss sich ihnen nicht hingeben.

Doch die unausgesprochene Botschaft unserer Kultur lautet: Der Mensch ist von Natur aus froh und leistungsstark. Wenn er von dieser Norm abweicht, dann ist er krank und muss zum Arzt, der ihm Medikamente verschreibt.

Die neueste Version der amerikanischen Psychiater-Bibel DSM erklärt sogar die Trauer nach dem Verlust des Ehepartners zur Krankheit.11)Frances, A. (2013). Last Plea To DSM-5: Save Grief From the Drug Companies. Huffpost

Leider können viele Depressive ihre Wahlfreiheit nicht mehr erkennen, weil sich die Menschen beim leisesten Anzeichen einer Verstimmung als „psychisch krank“ empfinden und dann schnell in den Teufelskreis der Selbstentmutigung geraten. Natürlich kann man auch diesem Teufelskreis entrinnen, aber die Betroffenen werden in unserer Kultur gleichsam dazu verführt, in ihm zu verharren.

Wenn man sich erst einmal an den depressiven Lebensstil gewöhnt hat, der als Krankheit gilt, für die man nichts kann, dann ist es in der Tat verteufelt schwer, der „Depression“ zu entkommen.

Selbst in verzweifelter Lage bieten sich Menschen Chancen, etwas Sinnvolles zu tun und sich auch an kleinen Fortschritten zu erfreuen. Depressionen sind nicht das unausweichliche Schicksal von Menschen, die vom Leben gebeutelt wurden.

Sie sind auch keine Krankheit. Zumindest wurde bisher noch nichts dergleichen nachgewiesen. Nachgewiesen aber wurden enge Korrelationen zwischen sozio-ökonomischen Faktoren und der Depressionsdiagnose12)Man beachte den feinen Unterschied zwischen einer Diagnose und dem tatsächlichen Vorliegen einer Krankheit. einerseits und zwischen kulturellen Bedingungen und dieser Diagnose andererseits. Sozio-ökonomische Faktoren allein reichen also nicht aus. Es müssen auch noch kulturelle Bedingungen hinzukommen, um eine Epidemie der Depressionen auszulösen.13)Dieses Phänomen ist auch der Marketing-Maschine des psychiatrisch-pharmaökonomischen Komplexes nicht verborgen geblieben. Wie u. a. Ben Goldacres Buch „Bad Pharma“ zeigt, waren die Methoden der Promotion für Antidepressiva meist gerade besonders zimperlich, um die kulturellen Bedingungen und die herrschenden Ideen in ihrem Sinn zu formen. Die Pharma-Industrie musste sich beispielsweise heftig ins Zeug legen, um den Japanern die Diagnose der Depression schmackhaft zu machen, wie Ethan Watters in seinem Artikel „Exporting Depression“ schildert (Watters, E. (2013). Exporting Depression. Mad in America, January 12).,14)Bemerkenswert ist auch, dass vor der Erfindung der „Antidepressiva“ die „Depression“ eine wesentlich seltener diagnostizierte Störung war. Sie wurde als ein in der Regel rasch vorübergehendes Phänomen betrachtet.

Dennoch werden bekanntlich nicht alle Menschen unter miserablen Lebensbedingungen, die ungünstigen kulturellen Bedingungen ausgesetzt sind, deswegen auch depressiv. Manche entscheiden sich für, andere gegen den depressiven Lebensstil. Wir haben offenbar die Freiheit zur „Depression“, weil diese Verstimmungen ein Signal sind, dass in unserem Leben etwas nicht stimmt.

Unsere Freiheit besteht darin, dass unser Umgang mit der Unstimmigkeit nicht vorgezeichnet ist. Die Missstimmung soll uns daran erinnern, dass wir etwas verändern müssen, dass wir die Wahl zwischen Optionen haben und dass diese Wahl notwendig ist. Wenn die Unstimmigkeiten gravierender Natur sind, wird es vermutlich etwas länger dauern, bis die „Depression“ vorüber ist.

Wir brauchen für die notwendigen aktiven und passiven, inneren und äußeren Anpassungen nun einmal Zeit. Dies ist der Lauf der Dinge. Das Verschwinden der Depression ist als Signal zu verstehen, dass alles wieder im Lot ist und fungiert als Lohn für unsere Mühe.

Wer sich entscheidet, auf die Unstimmigkeit mit einer „psychische Krankheit“ zu reagieren, pathologisiert und medikalisiert damit einen normalen und sinnvollen Prozess. Die richtige Antwort bestünde darin, zu ändern, was sich ändern lässt, und uns in das Unvermeidliche duldsam zu fügen. Dies braucht meist eine Weile, in der es uns nicht so gut geht.

Es geht uns nicht so gut, und dies ist der Sinn dieser natürlichen Depression, weil Aufgaben auf uns harren, denen wir uns nicht entziehen dürfen. Wenn wir sie erst einmal bewältigt haben, wird es uns auch wieder besser gehen.

Empirische Befunde deuten darauf hin,15)Andrews, P. W. et al. (2012). Primum non nocere: an evolutionary analysis of whether antidepressants do more harm than good. Frontiers in Psychology, April | Volume 3 | Article 117 dass die Depression Bestandteil einer normalen, hirnphysiologisch gebahnten Form der Regulation des menschlichen Bezugs zu seiner Umwelt ist, die evolutionär entstand und in die medikamentös einzugreifen sich verheerend auswirken kann.

Wie ich bereits schrieb, weiß niemand, was die Ursache der Depression ist. Es gibt viele Hypothesen. Keine davon lässt sich die eindeutige empirische Befunde erhärten. Auch ich bin natürlich nicht schlauer. Aber wie die meisten Menschen neige ich zu Mutmaßungen, wenn die Fakten nicht ergiebig sind.

Der amerikanische Psychiater William Glasser teilt meine Auffassung, dass der Depression die Entscheidung des Betroffenen zugrunde liegt, sich miserabel zu fühlen.

Er schreibt:

Die Samen von beinahe all unserem Unglück wurden früh in unserem Leben gesät, als wir Leuten begegneten, die nicht nur entdeckt hatten, was gut für sie, sondern unglücklicherweise auch, was gut für uns war. Bewaffnet mit dieser Entdeckung und einer zerstörerischen Tradition folgend, die unser Denken seit Tausenden von Jahren dominiert, fühlen sich diese Menschen verpflichtet zu versuchen, uns dazu zu zwingen, das von ihnen als richtig Erkannte zu tun. Unsere Wahl, wie wir dieser Macht widerstanden, ist bei weitem die größte Quelle menschlichen Elends.“16)Glasser, W. (1999). Choice Theory. Kindle Edition, Pos 73 f.

Ein Beispiel: Depression ist nicht selten die Folge unterdrückter Wut. Diese Wut traut man sich, aus Furcht vor den Konsequenzen, nicht auszuleben. Depression ist ein Zustand der Lähmung, der Immobilität. So schützt man sich davor, seiner Wut freien Lauf zu lassen.

Dies ist eine halbherzige Haltung. Richtig wäre es, entweder seine Wut oder aber den „Feind“ zu besiegen. Halbherzig sind Menschen, denen es schwerfällt, einen eigenen Standpunkt zu entwickeln. Und dies ist häufig bei Menschen der Fall, die seit frühen Kindertagen unter einem ungelösten inneren Konflikt leiden.

Es ist ein Konflikt zwischen dem, was die Eltern oder ein Elternteil für richtig hielten und dem, was man für sich als passend empfand. Die Betroffenen entschieden sich dazu, einen Kompromiss zu suchen oder sich selbst zu verleugnen, wenn ein solcher nicht möglich war.

Die daraus resultierende Halbherzigkeit führt zu einem Lebensstil ohne echte innere Beteiligung. Man kann sich mit dem, was man tut, nicht identifizieren, nicht wirklich. Und wenn ein Mensch mit einem solchen inneren Konflikt einer schwerwiegenden äußeren Konfrontation ausgesetzt ist, dann liegt eine halbherzige Reaktion nahe: die Depression. Man geht nicht in sich, um die Wut zu bezwingen. Man geht nicht aus sich heraus, um den Urheber des Zorns zu stellen. Man verkriecht sich. Man regelt sich herunter.

In diesem Zustand hat der Depressive nun die Chance, sich klar zu werden, dass er sich selbst in diese Sackgasse manövriert hat. Er kann nach Auswegen suchen. Dies ist nach Lage der Dinge schwer und braucht Zeit. Man kann diesen Prozess von außen nicht beschleunigen. Die Lösung muss von innen kommen und sie kann auch nur im Inneren gefunden werden. Das Beste, was andere tun können, ist es, den Betroffenen diese Zeit zu gönnen.

Ich beanspruche nicht, aus dem Füllhorn der Wahrheit getrunken zu haben. Erst recht beanspruche ich nicht, Depressionen heilen zu können. In diesem Blog vermittele ich Informationen. Diese sind die Frucht langer Lebenserfahrung und gründlichen Nachdenkens. Wer mag, kann mit diesen Informationen experimentieren – kann prüfen, ob etwas dran ist.

Fußnoten   [ + ]

1.Goethe litt zeitlebens unter Depressionen und Angstzuständen. Er überwand diese Phänomene allerdings immer wieder durch eine Selbsttherapie (Holm-Hadulla, R. M. (2009). Goethes Studienkrise, Depression und seine Selbstbehandlungsstrategien. Psychotherapeut, 1-5). Professionelle Psychotherapeuten und Antidepressive gab es zu seiner Zeit noch nicht. Vielleicht zum Glück. Unter Umständen würde heute niemand mehr seinen Namen kennen, wenn er einer psychiatrischen Behandlung in modernem Stil unterworfen worden wäre.
2.Siehe meinen Artikel: Serotonin, Depression, Antidepressiva
3.Rutten B. P. F. et al. (2013). Resilience in mental health: linking psychological and neurobiological perspectives. Acta Psychiatr Scand 2013: 1–18
4.Joseph, J., & Ratner, C. (2013). The Fruitless Search for Genes in Psychiatry and Psychology: Time to Re-Examine a Paradigm. In S. Krimsky & J. Gruber (Eds.), Genetic Explanations: Sense and Nonsense (pp. 94-106). Cambridge, MA: Harvard University Press
5.Ein Kandidat für eine biologisch fundierte, empirisch tragfähige Theorie einer Variante der Depression betrifft die Melancholie, eine schwere Form der Depression, die heute in den einschlägigen Diagnose-Manualen in das Syndrom „Major depressive disorder (MDD)“ (DSM) integriert und dadurch als eigenständiges Syndrom eliminiert wurde. Bei dieser Störung könnten Störungen der Cortisol-Produktion tatsächlich eine Rolle spielen (Greenberg, G. (2013). The Book of Woe. The DSM and the Unmaking of Psychiatry. New York: Penguin Books: 335 f.). Es lassen sich Assoziationen zwischen Cortisol und Melancholie empirisch erhärten; diese werden aber statistisch insignifikant, wenn man die Melancholiker mit den MDD-Betroffenen zusammenfasst.
6.Dies schreibe ich selbstverständlich unter dem Vorbehalt, dass es sich bei der Depression tatsächlich um die Reaktion eines intakten Gehirns auf als misslich empfundene Umstände handelt. Depressive, bei denen sich eine körperliche Ursache zeigen lässt, müssen natürlich differenziert betrachtet werden. Aber auch in diesen Fällen stellt sich die Frage, ob der körperliche Mechanismus zwingend ist oder nur zur Depression geneigt stimmt.
7.Whitaker, R. (2010). Anatomy of an Epidemic. Magic Bullets, Psychiatric Drugs, and the Astonishing Rise of Mental Illness in America. New York: Broadway Paperbacks
8.Auch wenn bei einem Teil der Depressiven, den Melancholikern, eine körperliche Ursache im Bündel der Determinanten eine Rolle spielen könnten, so betrifft dies doch nur eine kleine Gruppe der als depressiv Diagnostizierten.
9.Kinderman, P. (2014). A Prescription for Psychiatry. Why We Need a Whole New Approach to Mental Health and Wellbeing. London: Palgrave Macmillan – Kindle Edition, Pos. 1519
10.Ich will nicht völlig ausschließen, dass bei einem Teil der Depressiven körperliche Mechanismen, die kaum oder gar nicht zu kontrollieren sind, die Verdüsterung der Stimmung herbeiführen. Doch wenn dies überhaupt der Fall sein sollte, so betrifft dieses Phänomen nur eine winzige Minderheit der als depressiv Diagnostizierten.
11.Frances, A. (2013). Last Plea To DSM-5: Save Grief From the Drug Companies. Huffpost
12.Man beachte den feinen Unterschied zwischen einer Diagnose und dem tatsächlichen Vorliegen einer Krankheit.
13.Dieses Phänomen ist auch der Marketing-Maschine des psychiatrisch-pharmaökonomischen Komplexes nicht verborgen geblieben. Wie u. a. Ben Goldacres Buch „Bad Pharma“ zeigt, waren die Methoden der Promotion für Antidepressiva meist gerade besonders zimperlich, um die kulturellen Bedingungen und die herrschenden Ideen in ihrem Sinn zu formen. Die Pharma-Industrie musste sich beispielsweise heftig ins Zeug legen, um den Japanern die Diagnose der Depression schmackhaft zu machen, wie Ethan Watters in seinem Artikel „Exporting Depression“ schildert (Watters, E. (2013). Exporting Depression. Mad in America, January 12).
14.Bemerkenswert ist auch, dass vor der Erfindung der „Antidepressiva“ die „Depression“ eine wesentlich seltener diagnostizierte Störung war. Sie wurde als ein in der Regel rasch vorübergehendes Phänomen betrachtet.
15.Andrews, P. W. et al. (2012). Primum non nocere: an evolutionary analysis of whether antidepressants do more harm than good. Frontiers in Psychology, April | Volume 3 | Article 117
16.Glasser, W. (1999). Choice Theory. Kindle Edition, Pos 73 f.