Über dieses Blog

Dieses Blog setzt sich mit irrationalen Überzeugungen auseinander. Dies geschieht in der Regel dadurch, dass ich diesen Standpunkten die Nullhypothese entgegensetze. Beispiel: Es wird z. B. behauptet, Psychotherapie oder Antidepressiva seien effektiver als eine Placebobehandlung. Dies bestreite ich. Meine Nullhypothesen lauten: Psychotherapie und Antidepressiva sind gleich effektiv wie Placebo-Behandlungen. Psychotherapie und Antidepressiva bewegen sich auf dem Niveau von homöopathischen Globuli.

In der Statistik ist die Nullhypothese nicht die eigentlich Interessierende. Sie wird aufgestellt, um widerlegt zu werden. Meine Vorgehensweise ist im Allgemeinen diese: Ich suche nach Metaanalysen, die gegen die Nullhypothese sprechen. Metaanalysen sind (nach Möglichkeit) vollständige statistische Zusammenfassungen des Forschungsstandes zu einer Fragestellung.

Finde ich Metaanalysen, die gegen meine Nullhypothesen sprechen, gebe ich sie auf. Wenn nicht, dann nicht.

Es mag natürlich sein, dass ich relevante Metaanalysen übersehe. Für entsprechende Hinweise bin ich dankbar. Ich werde sie prüfen und ggf. meine Auffassungen korrigieren. Persönliche Beschimpfungen sind demgegenüber zwecklos. Diese können an meinen Standpunkten nichts ändern.

Aus meiner Sicht ist die Nullhypothese vorzuziehen, wenn man keine vernünftigen Argumente gegen sie vorweisen kann. Ich empfinde keinen persönlichen Groll gegen die Vertreter irrationaler Ideen. Diesen Menschen verarge ich nicht, eine eigene Meinung zu haben. Nur mache ich mir diese nicht zu eigen. Es sei denn, sie könnten vernünftige Zweifel an meinen Nullhypothesen säen.

Manche meinen, mein Vertrauen in Studien sei zu groß. Man wisse doch, dass deren Ergebnisse häufig von Interessengruppen, wie z. B. der Pharmaindustrie, verfälscht oder unterdrückt würden. Dem kann ich natürlich nicht widersprechen. Derartiges wurde verschiedentlich nachgewiesen.

Generell wende ich auch hier mein Grundprinzip an. Nullhypothese: Die Untersuchung ist seriös (entspricht den Standards der Wissenschaft). Diese Haltung verwerfe ich nur, wenn mir vernünftige Gründe zum Zweifel daran bekannt werden.

Auch wenn das bisher Gesagte vielleicht so klingen mag, erhebe ich nicht den Anspruch der Wissenschaftlichkeit. Ich bemühe mich zwar, meine Standpunkte auf den Prüfstand zu stellen. Aber eine auch nur halbwegs vollständige Absicherung meiner Positionen würde die Kräfte und Mittel eines einzelnen Menschen weit übersteigen.

In meinen Texten offenbart sich natürlich meine subjektive Sicht der Dinge. Sie ist das Ergebnis langer Lebenserfahrung und gründlichen Nachdenkens. Mein Ziel ist es, meine persönlichen Auffassungen möglichst prägnant und allgemein verständlich auszudrücken.

Dem Leser biete ich Informationen an. Ich möchte sie ihm nicht aufnötigen. Er möge sie gegebenenfalls prüfen. Vielleicht kann er etwas damit anfangen.

Ich weiß nicht, ob ich recht habe. Natürlich bin ich von meinen Standpunkten überzeugt. Manchmal wünsche ich mir jedoch sehnlichst, ich hätte unrecht.