Psychiatrischer Zwang

Gefährlich aus der Rolle fallen

Mitunter fallen Menschen aus der Rolle. Sie haben sich nicht mehr im Griff. Sie wirken aggressiv. Es scheint, als müsse man damit rechnen, dass sie gewalttätig werden. Oder dass sie sich selbst schaden, vielleicht sogar umbringen. Ihr Verhalten ist rätselhaft. Man kann keinen nachvollziehbaren Grund dafür erkennen. In der Gegenwart solcher Menschen fehlt man sich unbehaglich. Manche bekommen es mit der Angst zu tun. Unter Umständen wünschen sie sich insgeheim: Schafft sie mir aus den Augen.

Es ist weltweit üblich, solche störenden, bedrohlichen Menschen als „psychisch krank“ zu bezeichnen. Sie laufen Gefahr, zwangsweise in Anstalten untergebracht zu werden. Dort werden sie in der Regel auch gegen ihren Willen behandelt. Man verabreicht ihnen Medikamente, gegebenenfalls auch gewaltsam. Man fesselt sie mit Gurten an Betten.

Es gibt fraglos Menschen, die sich unbedingt erforderlicher Hilfe verweigern, weil sie deren Notwendigkeit nicht einzusehen vermögen. Selbstverständlich gibt es auch Menschen, die in bestimmten Situationen eine konkrete, greifbare Gefahr für andere darstellen. Sie sind mitunter nicht in der Lage, die Konsequenzen ihres Handelns zu überblicken bzw. angemessen zu würdigen.

Daraus folgt aber nicht zwingend, dass es gerechtfertigt wäre, diese Menschen gewaltsam in psychiatrischen Einrichtungen unterzubringen und zu behandeln. Es gibt durchaus Menschen, die man mit Gewalt daran hindern muss, Schaden anzurichten. Das ja. Ohne Frage. Nur fragt sich, ob sie tatsächlich in den Händen der Psychiatrie richtig aufgehoben sind.

Falsche Vorstellungen über die Berechtigung des Zwangs in der Psychiatrie

Der wohlmeinende, mit den Verhältnissen nicht vertraute „Laie“ macht sich häufig falsche Vorstellungen von den Menschen, die dort gegen ihren Willen untergebracht und behandelt werden. Er meint vielleicht, es träfe da keine Falschen. Er stellt sich Menschen als Insassen vor, die andere geschädigt haben oder die Absicht dazu hatten. Es meint, dort säßen eventuell Leute, die man bei dem äußerlich erkennbaren Vorsatz zur Gewalt ergriffen hätte. Man hat ein gezücktes Messer und Wutschaum in den Mundwinkeln vor Augen. Doch dies ist keineswegs immer, sondern vielmehr sogar eher selten der Fall.

In den Anstalten finden sich vielmehr überwiegend Menschen, die aktuell keinerlei Anzeichen einer Fremd- und Selbstgefährdung erkennen lassen. Sie sind dort aufgrund von Mutmaßungen, die sich zwar Diagnosen und Prognosen nennen, aber keine wissenschaftliche Grundlage besitzen.1)Siehe hierzu meinen Artikel: Die Psychiatrie ist zum Beweis verpflichtet Sie weisen häufig aber eine Gemeinsamkeit auf: Vor ihrer Einkerkerung wirkte ihr Benehmen auf andere rätselhaft, befremdlich, bedrohlich. Und es war kein nachvollziehbarer Grund für ihr Verhalten zu erkennen. Daraus schloss man: Dieser Mensch ist verrückt. Und Verrückte können gefährlich werden.

Unvermeidlichkeit von Zwang

Es ist leider unvermeidlich, manche Menschen einzusperren. Eine humane Gesellschaft sollte dafür Sorge tragen, dass diese Menschen nicht unnötig darunter leiden müssen. Bei Straftaten sollte der Freiheitsentzug als Strafe ausreichen. Es ist nicht hilfreich, die Gefangenen zusätzlich zu demütigen.

Dies gilt natürlich erst recht für Menschen, die ohne Straftat, z. B. wegen einer schweren geistigen Behinderung, einer Fremdkontrolle unterworfen werden müssen. Die besonderen Bedürfnisse der eingesperrten Menschen sind angemessen zu berücksichtigen. Zu diesen besonderen Bedürfnissen können auch Behandlungen mit Psychopharmaka oder Psychotherapien gehören – aber nur, wenn die Gefangenen dies wünschen.

Psychiatrische Gesichtspunkte dürfen grundsätzlich keine Rolle spielen, wenn die Frage zu klären ist, ob ein Mensch eingesperrt werden muss – warum auch immer. Menschen psychiatrische Maßnahmen aufzuzwingen, ist schon allein darum ethisch nicht gerechtfertigt, weil die Effizienz dieser Eingriffe zweifelhaft ist und erhebliche Schadwirkungen sehr wahrscheinlich sind.2)Siehe meine Artikel: Psychopharmaka: Mehr Schaden als Nutzen / Risiken und Nebenwirkungen der Psychotherapie

Wie würden Sie entscheiden?

Um dieses Thema zu vertiefen, möchte ich zunächst ein Beispiel aus einem anderen Bereich analysieren. Man sieht Sachverhalte mitunter klarer, wenn man sie vor einem anderen, aber verwandten Hintergrund betrachtet.

Eine neue, mutmaßlich ansteckende Krankheit tritt auf. Sie kann tödlich verlaufen. Manche Betroffene verweigern die Behandlung.

Es gibt einen Test, der das Vorliegen der Krankheit feststellen soll. Dieser Test hat aber einen Nachteil: Seine Validität ist unbekannt. Wir wissen also nicht, wie genau er das diagnostiziert, was er zu diagnostizieren beansprucht.

Zwar kann er einzelne Symptomen der Krankheit halbwegs zuverlässig erfassen. Aber diese Symptome könnten auch von anderen Prozessen hervorgerufen werden, die nichts mit dem mutmaßlichen Krankheitserreger zu tun haben. Man kann den angeblichen Krankheitserreger mit diesem Test im Körper nicht nachweisen.

Nun nehmen wir an: Das Virus existiert tatsächlich, auch wenn es nicht nachweisbar ist. Dennoch können wir bei dieser Sachlage nicht wissen,

  1. wie viele der positiv getesteten Probanden tatsächlich infiziert sind und
  2. wie viele der negativ getesteten Probanden nicht doch das Virus in sich tragen.

Erschwerend kommt hinzu, dass unterschiedliche Labors mit dem Test bei ein und demselben Probanden nicht selten zu unterschiedlichen Ergebnissen gelangen.

Es stellt sich nun die Frage, ob dieser Test die Grundlage für die zwangsweise Unterbringung und Behandlung eines Menschen sein sollte. Dass der Test grottenschlecht ist, wissen wir. Aber haben wir eine Wahl? Er ist vermutlich nicht völlig unzulänglich. Im einen oder anderen Wahl kann er durchaus ins Schwarze treffen.

Wenn wir diesen Test als Basis akzeptieren, nehmen wir in Kauf, eine unbekannt große Zahl von nicht infizierten Menschen ihrer Freiheit zu berauben. Verwerfen wir den Test, laufen wir Gefahr, deswegen eine unbekannt große Zahl von uneinsichtigen Virusträgern frei herumlaufen zu lassen.

Wie würden Sie entscheiden? Nicht gerade erleichtert würde Ihre Entscheidung durch die Tatsache, dass Sie noch nicht einmal wüssten, ob die Phänomene, die Sie als Symptome der Ansteckung deuten, tatsächlich durch ein Virus hervorgebracht werden.

Es könnten andere Ursachen vorliegen, so dass die übliche Behandlung, die eine Ansteckung voraussetzt, nicht angemessen und unnötig belastend wäre.

Schlussendlich gilt es auch noch zu bedenken, dass die Behandlung mit hoher Wahrscheinlichkeit erhebliche und oftmals irreversible Schadwirkungen nach sich zieht.

Wie viele Menschen würden Sie foltern lassen?

Und nun zurück zum Thema.

Nehmen wir einmal an, Sie wären davon überzeugt, dass es „psychisch Kranke“ tatsächlich gäbe, also beispielsweise „Schizophrene“. Sie glaubten zudem, dass manche dieser „Erkrankten“ krankheitsuneinsichtig seien und andere oder sich selbst schädigen könnten.

Unter diesen Bedingungen träfe das oben geschilderte Gedankenexperiment passgenau auf Ihre Entscheidungssituation zu.

  • Ja, sicher, Sie sind durchdrungen von der Gewissheit, dass die merkwürdigen Muster des Verhaltens bestimmter Leute krankhaft sind.
  • Und ja, Sie glauben fest daran, dass einige dieser Leute eine Bedrohung darstellten.
  • Und sicher, Sie vertrauen darauf, dass die Ärzte schon wüssten, was sie tun.

Allein, ob dieses Vertrauen auch gerechtfertigt ist?

Wie würden Sie entscheiden?

Kehren wir noch einmal zu unserem Gedankenexperiment zurück.

Nehmen wir einmal an, dass die Infizierten aus welchen Gründen auch immer stigmatisiert würden. Wer also fälschlich als infiziert diagnostiziert würde, müsste nicht nur eine unnötige Freiheitsberaubung und eine potenziell gefährliche Behandlung über sich ergehen lassen. Zudem wäre er allein durch die Diagnose schon fürs Leben gezeichnet. Er liefe Gefahr, vom Partner verlassen zu werden, seinen Arbeitsplatz zu verlieren, kurz: sozial ausgegrenzt zu werden. Grundlage dafür wäre ein Test, dessen Qualität nicht eingeschätzt werden kann.

Nehmen wir nun an, Sie müssten an diesem Gedankenexperiment zweimal teilnehmen. Im ersten Durchgang ginge es um die bereits geschilderte Infektionskrankheit und beim zweiten Versuch stünde eine so genannte psychische Krankheit zu Debatte.

Würden Sie in beiden Fällen gleich entscheiden?

Unterstellen wir zudem, dass die Behandlung in beiden Fällen mit überaus unangenehmen Begleiterscheinungen verbunden wäre. Im Mittelpunkt stünden Medikamente, deren Wirkung als unangenehm, ja, sogar quälend erlebt werden könnte.

Dies ist bei der Behandlung von „Schizophrenen“ tatsächlich der Fall. Bei der erfundenen, mutmaßlichen Infektionskrankheit unterstellen wir es zum Zwecke der Vergleichbarkeit. Für den Fall einer unnötigen Maßnahme käme eine Zwangsbehandlung also einer Folterung gleich.

Die Anzahl der notwendigen Behandlungen (engl.: number needed to treat, NNT) ist eine statistische Maßzahl, die angibt, wie viele Patienten pro Zeiteinheit (z. B. 1 Jahr) mit der Testsubstanz oder Testmethode behandelt werden müssen, um das gewünschte Therapieziel bei einem Patienten zu erreichen bzw. um ein Ereignis (z. B. Herzinfarkt) zu verhindern.

Wie viele Menschen würden Sie foltern lassen, um aus einem der Gefolterten, der die interessierende Information tatsächlich hat, die Wahrheit herauszupressen?

Wie hoch würden Sie, Hand aufs Herz, die „number needed to torture“ ansetzen, die für Sie noch akzeptabel wäre? Wenn es beispielsweise darum ginge, einen Anschlag zu verhindern?

Wie viele Menschen würden Sie Ihrer Freiheit berauben und mit Neuroleptika behandeln lassen, um einen Suizid oder eine schwere Gewalttat zu verhindern?

Welche Anzahl wäre für Sie da noch vertretbar?

Wer ist Schuld an einer Vergewaltigung?

Wenn diese Menschen nicht wegen ihres aktuellen Verhaltens in psychiatrischen Anstalten einsitzen, sondern aufgrund von Mutmaßungen, so fragt es sich natürlich, aufgrund welcher Merkmale oder sonstigen Tatsachen sie diese Mutmaßung auf sich gezogen haben.

Zunächst wieder ein Beispiel aus einem anderen Bereich:

Eine junge Frau joggt nach Einsetzen der Dunkelheit leicht bekleidet in einem einsamen Park am Rande eines Viertels mit üblem Ruf. Sie wird vergewaltigt. Leute geben ihr eine Mitschuld daran, denn sie hätte sich ja auch in einer sichereren Gegend sportlich ertüchtigen können.

Das Gegenargument: Es ist grundsätzlich verboten, Frauen zu vergewaltigen. Die Schuld trägt allein der Vergewaltiger. Es ist sexistisch, von Frauen zu verlangen, sich durch Wahl ihrer Kleidung oder Meidung anrüchiger Gegenden vorbeugend zu verhalten.

Es ist zwar der Psychiatrie nicht verboten, Menschen wegen einer angeblichen psychischen Krankheit, verbunden mit unterstellter Gefährlichkeit oder Suizidalität, zwangseinzuweisen und zwangszubehandeln.

Allerdings ist die Psychiatrie nicht in der Lage, die so genannten psychischen Krankheiten valide zu diagnostizieren oder Gefährlichkeit bzw. Suizidalität mit hinlänglicher Treffsicherheit zu prognostizieren.

Gemessen an ethischen Kriterien könnte man sich also mit gleichem Recht wie im Fall der vergewaltigten Frau moralisch auf der sicheren Seite wähnen, wenn man folgendes Argument vortrüge:

Es ist grundsätzlich fachlich nicht zu begründen, einen Menschen wegen einer angeblichen psychischen Krankheit, verbunden mit unterstellter Gefährlichkeit bzw. Suizidalität, zwangseinzuweisen und zwangszubehandeln. Es ist diskriminierend, von Menschen mit Neigung zu abweichendem Verhalten zu verlangen, sich durch Zurückhaltung vorbeugend zu verhalten.

Selbstverständlich gibt es Frauen, die trotz aller Vorsichtsmaßnahmen vergewaltigt und es gibt Menschen, die trotz größtmöglicher Normalität ihres öffentlichen Handelns gegen ihren Willen hinter psychiatrische Gitter gesperrt werden.

Selbstverständlich ist dies aber nicht immer so. Manche Frauen und andere Menschen erhöhen durch ihr Verhalten das Risiko eines Schadens. Sie werden dazu nicht gezwungen. Kein Automatismus in ihrem Gehirn und keine äußere Gewalt sind dafür verantwortlich, dass sie sich in Gefahr begeben. Das erhöhte Risiko beruht auf ihren eigenen Entscheidungen.

Also doch Mitschuld? Ist jede und jeder letztlich selbst dafür verantwortlich, wenn sie oder er von Männern im Park oder von der Zwangspsychiatrie vergewaltigt werden?

Wenn man die Frage auf der Grundlage rechtlicher bzw. ethischer Prinzipien beurteilt, lautet die Antwort natürlich: Nein. Im Rahmen des nicht Verbotenen können Menschen tun oder lassen, was sie wollen. Niemand kann aus ihrem (schließlich erlaubten) Verhalten das Recht ableiten, sie zu vergewaltigen, sie ihrer Freiheit zu berauben, sie gegen ihren Willen mit gefährlichen Nervengiften zu traktieren.

Dass die Zwangspsychiatrie dank ihres Konstrukts der „psychischen Krankheit“ auf rechtlicher Grundlage agiert, ist unbestritten. Dies kann aber an der grundsätzlichen Fragwürdigkeit zwangspsychiatrischen Handelns nichts ändern. Das Konstrukt der „psychischen Krankheit“ ist nicht wissenschaftlich fundiert, also willkürlich.3)Siehe meinen Artikel: Fehlerquellen der biologisch orientierten Forschung in der Psychiatrie Und so kann es niemals eine vernünftige Grundlage für Freiheitsberaubung sein kann.

Zur Frage der Mitschuld

Versucht man jedoch die Frage der Mitschuld auf einer pragmatischen Grundlage zu klären, dann fällt die Antwort nicht mehr so leicht.

  • Ist es nicht eine Frage der Klugheit, die Realität so zu akzeptieren, wie sie nun einmal ist?
  • Ist es nicht ein Ausdruck von Dummheit, sein Verhalten an einem Wunschbild der Wirklichkeit auszurichten?
  • Gehört Dummheit etwa nicht bestraft, vor allem, wenn sie auf Selbstverblödung beruht?

Eine psychiatrische Diagnose ist ein strategisches Etikett. Sie ist ein Etikett, weil sie einem Menschen willkürlich „aufgeklebt“ wird. Es gibt keine objektive Rechtfertigung für sie. Und sie ist strategisch, weil sie eine bestimmte Behandlung des Etikettierten determinieren und legitimieren soll.

Willkürlich bedeutet aber nicht zufällig. Der Psychiater würfelt nicht, wenn er seine Diagnosen verteilt. Warum einer oder eine zum Opfer wird, ist die Leitfrage der Viktimologie.

Bei der Beantwortung dieser Frage unterliegen nicht nur Laien sehr häufig einem Denkfehler, den man „fundamental attribution error“ nennt.

Wir neigen dazu, anderen zu unterstellen, sie seien selbst schuld, wenn ihnen ein Unglück widerfährt, wohingegen wir für eigenen Schaden unter vergleichbaren Bedingungen äußere Einflüsse verantwortlich machen.

Dieses Denkfehlers eingedenk, darf doch im Licht der Vernunft vermutet werden, dass nicht wenige Leute aus selbst verschuldeten Gründen in geschlossenen Abteilungen der Psychiatrie sitzen. Sie sind zuvor anderen Leuten mutwillig gefährlich auf die Nerven gegangen. Sie haben nicht bedacht, dass die Welt nun einmal so ist, wie sie ist, und nicht so, wie man sie gern hätte.

Bei manchen dieser Leute ist sogar die Unterstellung nicht abwegig, dass sie sich insgeheim wünschten, zum Opfer psychiatrischer Gewalt zu werden.

Die Existenz solcher Leute kann freilich die Zwangspsychiatrie nicht rechtfertigen. Tatsache aber ist, dass es Menschen gibt, die andere in unerträglicher Weise beeinträchtigen. Kein Wunder also, dass die davon Betroffenen sich nicht anders mehr zu helfen wissen, als die Psychiatrie einzuschalten. Damit muss, solange die Zwangspsychiatrie existiert, jeder rechnen, der anderen Leuten penetrant auf den Wecker fällt.

Es wäre natürlich besser, unsere Gesellschaft hätte angemessenere, humanere Strategien, um mit solchen Fällen fertig zu werden. Heute aber ist die Wahrscheinlichkeit, in der Zwangspsychiatrie zu landen, größer als jemals zuvor, besonders in Bayern. Davor darf man natürlich nicht die Augen verschließen, wenn man nicht für verrückt gehalten werden will.

  • Es gibt nicht eine Spur des Beweises dafür, dass die so genannten psychischen Krankheiten auf Hirnstörungen oder anderen körperlichen Ursachen beruhen.
  • Die als „psychisch krank“ eingestuften Menschen sind keine Roboter.
  • Sie können sich frei entscheiden können, sich so oder so zu verhalten.
  • Es gibt daher auch keinen Grund anzunehmen, dass sie prinzipiell nichts dafür könnten, wenn sie anderen Menschen lästig werden.

Wir leben in einer Welt, die zwischen Gleichgültigkeit und Grausamkeit schwankt. Diese Schwankungen werden gelegentlich durch Ausbrüche nicht erbetener, sondern aufgezwungener Hilfe gekrönt. Es ist ratsam, dies zu bedenken, wenn man Menschen auf den Senkel geht.

Das damit verbundene Risiko ist nicht unerheblich. Wie schnell ist man doch hinter psychiatrischen Gittern verschwunden, vor allem dann, wenn auch die Grundvoraussetzungen stimmen:

  • Zugehörigkeit zur Unterschicht
  • keine schützenden sozialen Netzwerke
  • Neigung zu emotionalen Ausbrüchen u. ä.

Vom sichern Port einer manichäischen Weltsicht aus betrachtet, gibt es in dieser Frage natürlich nur das Licht und die Finsternis. Kein Schattenreich des Zwielichts und der Fragwürdigkeiten verbindet die böse Zwangspsychiatrie auf der einen und ihre guten unschuldigen Opfer auf der anderen Seite.

Grundsätzlich ist diese Sichtweise natürlich verständlich. Die vornehme und vordringliche Aufgabe der Politik ist bekanntlich die Unterscheidung zwischen Freund und Feind. Dies gilt natürlich auch für kämpferische Psychiatrie-Erfahrene. Wenn diese schwarz-weiße Sicht allzu sehr überzeichnet wird, besteht allerdings die Gefahr, dass sich die Mehrheit der noch Unschlüssigen konsterniert abwendet. Sie ergreifend dann Partei für die Psychiatrie.

Es sollte keine Zwangspsychiatrie geben. Sie ist fachlich nicht gerechtfertigt, weil sie ihre vorgeblichen Ziele nicht zu erreichen vermag. Allenfalls durch Glück und Zufall gelingt es ihr mitunter, Menschen vor Gewalttat oder Suizid zu bewahren. Man muss sogar befürchten, dass sie mit ihren Nervengiften und mit ihren traumatisierenden Zwangsmaßnahmen Tendenzen zur Aggressivität und Suizidalität sogar verstärkt.

Dennoch gibt es die Zwangspsychiatrie und es steht zu befürchten, dass sich daran so schnell auch nichts ändern wird. Allenfalls wird die unter Druck geratene Zwangspsychiatrie ihre Rechtfertigungsrhetorik, ihr Gesäusel von der „Ultima Ratio“ verfeinern. Über allen Menschen schwebt ein Damoklesschwert der Zwangspsychiatrisierung. Allein der Faden ist von Fall zu Fall unterschiedlich dick.

Dies sollte man bedenken. Da es sich hier um eine Metapher handelt, kann man, anders als bei realen Fäden, an denen Damoklesschwerter hängen, deren Dicke zumindest teilweise selbst bestimmen.

Die Zwangspsychiatrie ist kein Dämon, der sich auf dem Rücken unserer Gesellschaft festgekrallt hat und nur abgeschüttelt werden muss. Dieses Gift wirkt von innen. Es ist eingesenkt in die Seele aller Menschen. Sogar manche Insassen der Zwangspychiatrie glauben, sie seien die einzigen, die nicht dorthin gehörten. Alle anderen seien, weil gefährlich, zu recht dort.

Wenn sich Furcht und Niedertracht vermählen, wuchert der willkürliche Zwang. Der Kapitalismus ist ein prächtiger Nährboden für all dies, weil in diesem System die Entsolidarisierung (genannt Konkurrenzkampf) als Kraftquelle für den Motor des Betriebes genutzt wird. Man darf kein Erbarmen erwarten, wenn man Leuten – vor allem solchen, die mächtiger sind als man selbst – notorisch auf die Nerven geht. Es spielt da keine Rolle, ob man im Recht ist oder nicht.

Der Kampf gegen die Zwangspsychiatrie ist gerechtfertigt. Er wird, seiner politischen Natur entsprechend, als eine Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse geführt. Dies ist wohl unvermeidlich. Allerdings muss man sich dessen bewusst bleiben, dass in Fights mit moralischen Keulen immer derjenige gewinnt, der die größte hat. Über die Größe der Keulen befindet allein das Publikum. Es könnte also durchaus sein, dass wider Erwarten das Publikum die moralische Keule der Zwangspsychiatrie-Befürworter für die größere hält.

Die Freiheit der Berge ist und bleibt selbstverständlich heilig. Natürlich darf jeder die Sau rauslassen, solange er sich dabei an die einschlägige Gesetzgebung hält.

Wer aus majestätischen Höhen mit dem Feldstecher ins Dorf hinabschaut und dort die Sau wüten sieht, mag sich daran erfreuen, während die Sonne zarte Glanzlichter ins lächelnde Gesicht tupft.

Drunten im Tale aber, im Getümmel, verlieren die Leute leider schnell die Geduld mit dem Besitzer von Säuen, die einfach nur so, ohne Grund, ohne Sinn und Verstand, herausgelassen werden.

Wer beispielsweise Nacht für Nacht im Treppenhaus randaliert oder immer wieder einmal mit Selbstmord droht, zwingt die Leute, sich um ihn zu kümmern. Das haben die Leute auf Dauer aber nicht gern, weil man ja schließlich auch noch andere Dinge zu tun hat. Und also rufen die Leute früher oder später nach der Zwangspsychiatrie. Eine Fremd- und Selbstgefährdung zu konstruieren, ist selbst dann nicht schwer, wenn es keine greifbaren Anzeichen dafür gibt.

Nur so ein Tipp: Es ist besser, das Messer im Brotkasten zu lassen, wenn man erregt ist.

Drastische Beispiele

Die Befürworter der Unterbringung und Zwangsbehandlung angeblich psychisch Kranker lieben drastische Beispiele.

  • Was man denn tun würde, so fragen sie den Psychiatriekritiker, wenn ein Mensch mit der Kettensäge vor ihm stünde und ernsthaft drohe, sich ein Bein abzusägen. Und dies mit der Begründung, dass er es nicht zu ihm passend empfinde. Er habe das dringende Bedürfnis, sich dieser Extremität zu entledigen.
  • Was der Psychiatriekritiker denn tun würde, wenn ein naher Verwandter im Zustand offensichtlicher Verwirrung drohe, sich umzubringen.

Solche Themen erinnern ein wenig an die Fragen zur Gewissensprüfung für den Wehrersatzdienst während des Kalten Kriegs:

„Stellen Sie sich vor, Sie gingen mit Ihrer Freundin nachts durch einen Park und drei Männer kämen herzu, in der Absicht, Ihre Freundin vor Ihren Augen zu vergewaltigen, und stellen Sie sich weiterhin vor, sie hätten zufällig Ihre Maschinenpistole dabei. Was würden Sie tun?“

Solche Fragen sind nicht völlig abwegig. Derartiges kann ja geschehen, auch wenn es nicht übermäßig wahrscheinlich ist. Selbstverständlich hat man verloren, wenn man die Antwort auf solche Fragen schuldig bleiben muss. Denn sie zielen aufs Grundsätzliche, und ein Prinzip muss auf alle Fälle anwendbar sein, die in seinen Geltungsbereich fallen.

Was soll also mit Menschen geschehen, die nach menschlichem Ermessen sich selbst oder andere erheblich schädigen werden, über kurz oder lang, wenn man ihnen nicht Einhalt gebietet?

Entscheidungen von Gerichten sollten auf einer soliden Faktenbasis beruhen. Wenn jemand eine Tat zu begehen droht, so ist die Spannweite möglicher Anlässe ziemlich breit. Der angebliche Vorsatz kann auf einer vorübergehenden, nicht ernst nehmenden Laune beruhen. Er kann aber auch Ausdruck eines Mechanismus‘ im Individuum sein, der mit schicksalhafter Gewalt zur Ausführung der Tat drängt.

Zwischen diesen Extremen gibt es eine Vielzahl von Abstufungen. Und niemand, niemand – weder die Psychiatrie, noch sonst wer – verfügt über eine sicher Methode zur Prognose. Wie groß die Wahrscheinlichkeit der befürchteten Tat ist, weiß niemand.

Um auch nur eine solche Tat zu verhindern, muss man eine Vielzahl von harmlosen Menschen einsperren. Von einer gesicherten Faktenbasis für eine gerichtliche Entscheidung zur Unterbringung eines sich selbst oder andere möglicherweise gefährdenden Menschen kann also keine Rede sein.

Es gibt zwar Gutachter, die den Eindruck erwecken, sie könnten die Gefährlichkeit oder Suizidneigung eines Menschen hinlänglich sicher einschätzen: Meines Wissens ist es aber noch niemandem dieser Leute gelungen, dies mit objektiven Methoden, also intersubjektiv überprüfbar, nachzuweisen.

Selbstverständlich kann man bei diesem Sachstand den Kopf in den Sand stecken. Doch wäre dies auch ratsam? Es gibt sie ja: Es gibt Menschen, die für andere gefährlich sind und es gibt Menschen, die den Freitod erwägen. Und manche dieser Menschen erregen den Verdacht, sie seien nicht bei Sinnen. Sind sie nicht bei Sinnen?

Es dürfte unstrittig sein, dass man nicht alle potenziell für andere gefährlichen Menschen einsperren kann. Ebenso wenig kann man alle selbstmordgefährdeten Leute hinter Gitter bringen. Das würde den Rechtsstaat aushebeln. Zur Freiheit des Bürgers gehört es auch, einen gewalttätigen oder suizidalen Eindruck zu hinterlassen.

Wer also ist tatsächlich nicht bei Sinnen, nicht steuerungsfähig, nicht in der Lage, für beabsichtigte Taten Verantwortung zu übernehmen? Wir wissen es nicht, zumindest nicht mit der erforderlichen Gewissheit, sofern diese Gewissheit eine wissenschaftliche Grundlage haben soll.

Ein Blick in die einschlägige, internationale Forschungsliteratur wird uns davon überzeugen, dass nach Lage der Dinge eine Vielzahl harmloser Menschen eingesperrt werden muss, um eine schwere Gewalttat oder einen Selbstmord auch nur eines Menschen, der nicht bei Sinnen ist, zu verhindern.

Der Fall Mollath hat schwerwiegende Mängel des juristisch-psychiatrischen Systems ans Licht gebracht. Es dürfte nur noch wenige Menschen geben, die immer noch davon überzeugt sind, dass es sich hier um einen Einzelfall handelte. Man fordert Reformen, gar Bestrafung der Schuldigen. Dass Menschen aus oft geringfügigem Anlass mitunter für Jahre hinter psychiatrischen Gittern verschwinden – nein, das kann, das muss, dass darf nicht sein.

Man darf den Verantwortlichen im Fall Mollath kein Abweichen vom üblichen Procedere vorwerfen. Was wie Schlamperei oder gar wie ein abgekartetes Spiel erscheint, ist in Wirklichkeit der unvermeidlich vorherrschende Schlendrian, der sich einschleicht, wenn es keine objektiven Maßstäbe zur Qualitätssicherung gibt.

Natürlich kann man formale Merkmale festlegen, denen Gutachten genügen müssen. Doch auch wer diese peinlichst einhält, beseitigt damit die Validitätsmängel nicht, die der Diagnostik und Prognostik in diesem Bereich grundsätzlich anhaften.

Doch zurück zur Ausgangsfrage: Jemand steht mit der Kettensäge vor uns und macht Anstalten, sich ein Bein abzusägen, weil dieses an seinem Körper nichts zu suchen habe. Ein enger Angehöriger droht glaubwürdig damit, sich umzubringen, weil ihm dies die Außerirdischen befohlen haben. Was tun? Einsperren oder frei herumlaufen lassen?

Darf man dem Mann mit der Kettensäge das chirurgische Instrument entwinden oder wäre dies ein nicht gerechtfertigter Eingriff in dessen persönliche Freiheit? Darf man jemandem untersagen, sich umzubringen?

Wie soll man solche Fragen beantworten, wenn uns die Experten dabei erwiesenermaßen keine Hilfe sind? Kein Gesetz verpflichtet den Bürger, für die Vollzähligkeit seiner Gliedmaßen Sorge zu tragen und kein Gesetz verbietet ihm den Suizid. Und kein Psychiater kann mit hinlänglicher Sicherheit vorhersagen, ob jemand sich selbst oder andere früher oder später erheblich schädigen wird, weil er nicht bei Sinnen ist.

Wenn wir uns nicht dazu verstehen können, die Dinge einfach laufen zu lassen und als Schicksal zu betrachten, dann sollte es doch zumindest klar sein, dass niemand in die Entscheidung involviert sein darf, der ein direktes oder indirektes Interesse an einer Unterbringung oder der Vollstreckung einer Maßregel hat.

Die Psychiatrie hat offensichtlich ein solches Interesse. Sie ist also aus dem Prozess herauszuhalten. Dies fällt umso leichter, als sie ja auch nichts Substanzielles beizutragen weiß.

Dies ist die erste Voraussetzung einer vernünftigen Lösung. Zweitens stehen solche Entscheidungen auf schwankendem Grund. Das Rechtsprinzip „Im Zweifel für den Angeklagten“ muss auch für eventuell Unterzubringende gelten. Da angesichts des Fehlens erhärteten Wissens in dieser Sache Zweifel berechtigt sind, ist eine Unterbringung nur in den seltensten Fällen und zunächst allenfalls kurzfristig gerechtfertigt.

Eine Zwangsbehandlung aber ist in keinem Fall akzeptabel, wenn sie auf einer psychiatrischen Diagnose und Prognose fußt (denn diese sind nur Mutmaßungen) und wenn sie auf Maßnahmen beruht, deren Effizienz zweifelhaft ist (was bei psychiatrischen Verfahren grundsätzlich der Fall ist).

Was tun?

Thomas Szasz schreibt:

„Ich bestreite nicht, das unfreiwillige psychiatrische Interventionen gerechtfertigt sein könnten, nämlich gegenüber Individuen, die für geschäftsunfähig erklärt wurden, so wie unfreiwillige finanzielle oder medizinische Maßnahmen unter diesen Bedingungen gerechtfertigt sein können. Individuen, die durch einen Schlaganfall behindert wurden oder die im Koma liegen, können nicht in die Pflicht genommen werden oder ihre Anliegen vertreten. Entsprechend gibt es Verfahren, sie mit einem ordentlichen Rechtsverfahren von ihren Rechten und Verpflichtungen als vollwertige Erwachsene zu entlasten. Obwohl die Personen, denen die Aufgabe der Zurückstufung von Bürgern als moralischen Agenten zu Mündeln des Staates obliegt, Gebrauch von medizinischen Informationen machen könnten, sollte es sich dabei um Laien (Geschworene) oder Richter handeln und nicht um Spezialisten für geistige Gesundheit. Ihre Entscheidung sollte als legales und politisches Verfahren betrachtet werden, und nicht als medizinische oder therapeutische Maßnahme.“4)Szasz, T. (1994). Mental Illness Still is a Myth. Society, 31:4, pages 34-39

Natürlich sind Bedingungen denkbar, und dies keineswegs nur im Fall eines Schlaganfalls oder Komas, unter denen Menschen unfreiwillig behandelt werden dürfen und müssen. Es gibt selbstverständlich Menschen mit geistigen Behinderungen, die sich selbst zu überlassen grausam wäre. Es gibt selbstverständlich auch Menschen ohne solche Behinderungen, die vorübergehend erkennbar außer Kontrolle geraten sind und die vor sich selbst oder vor denen andere geschützt werden müssen.

Aber zur Rechtfertigung solcher Eingriffe brauchen wir weder den Mythos der „psychischen Krankheit“, noch die Psychiatrie. Geschworene und Richter sollten, in sorgfältiger Abwägung unseres begrenzten Wissens, darüber entscheiden, ob ein Mensch vorübergehend seiner Freiheitsrechte beraubt werden darf. Dass diese Entscheidung, soweit wie irgend möglich, auf beweisbaren Fakten fußen muss, sollte selbstverständlich sein. Es reicht beispielsweise keineswegs aus, eine Hirnschädigung nur zu vermuten.

Es kann nach allgemeiner Lebenserfahrung unumgänglich sein, einen Menschen gegen seinen Willen vor sich selbst und andere vor ihm zu schützen. Eine fiktive „psychische Krankheit“ sowie die seltsamen Mythen, die sich um diesen Begriff ranken, sind aber keine akzeptable Begründung dafür – und dies weder für sich genommen, noch im Zusammenhang mit mutmaßlicher Gefährlichkeit für andere oder Suizidneigung. Die Notwendigkeit einer solchen Maßnahme muss sich unabhängig von solchen Konstrukten ergeben.

Es kommt zum Glück nur selten vor, dass sich Menschen mit Kettensägen ein Bein abtrennen wollen. Es ist selbstverständlich ethisch vertretbar, einem solchen Menschen, falls möglich, die Kettensäge zu entreißen. Auch ist es in Ordnung, wenn ein Gericht entscheidet, einen solchen Menschen vorübergehend in einer geschlossenen, nicht-psychiatrischen Anstalt unterzubringen, damit er wieder zu sich selbst finden kann.

Dabei ist die Verhältnismäßigkeit zu beachten. Es mag sein, dass ein Mensch kurzfristig nicht weiß, was er tut, und sich dann eines Besseren besinnt. Ihn für Monate oder gar Jahre festzuhalten, ergibt keinen Sinn. Ein längerfristiger Verbleib in einer solchen Anstalt würde keinen Sinneswandel herbeiführen. Und eine Behandlung von Unwilligen käme einer Gehirnwäsche gleich. Aus dem Blickwinkel einer freiheitlichen Gesellschaft wären die Resultate einer solchen „Therapie“ immer verwerflich, unabhängig davon, was dabei herauskäme.

Der Preis der Freiheit

Es handelt sich hier zweifellos um ein Dilemma, um eine schwierige Gratwanderung. Die gegenwärtige Handhabung dieses Problems ist m. E. nicht grundgesetzkonform. Dass sie menschenrechtswidrig ist, wird inzwischen zunehmend auch von konservativen Bürgern erkannt, die sich ernsthaft mit den Verhältnissen im psychiatrisch-juristischen System auseinandersetzen.

Die Zwangspsychiatrie ist die Antwort auf ein reales Problem, aber eine unzulängliche. Wie sollen wir uns im Konflikt zwischen Freiheit und Sicherheit entscheiden? Diktaturen haben damit kein Problem. In einer freiheitlich-demokratischen Rechtsordnung ist dies ein Dilemma.

Es zwingt uns zu erkennen, dass die Freiheit einen Preis hat. Wir müssen bereit sein, ihn zu bezahlen, wenn wir die Freiheit behalten wollen. Wer die Freiheit nicht wertschätzt, weil er sie für eine Illusion oder für nur der „Elite“ vorbehalten hält, der wird womöglich kein Dilemma erkennen oder es als weniger bedeutsam einstufen.
Wir, die wir die Freiheit lieben, müssen dagegenhalten.

Fußnoten   [ + ]

1.Siehe hierzu meinen Artikel: Die Psychiatrie ist zum Beweis verpflichtet
2.Siehe meine Artikel: Psychopharmaka: Mehr Schaden als Nutzen / Risiken und Nebenwirkungen der Psychotherapie
3.Siehe meinen Artikel: Fehlerquellen der biologisch orientierten Forschung in der Psychiatrie
4.Szasz, T. (1994). Mental Illness Still is a Myth. Society, 31:4, pages 34-39