Patientenrechte

Es geht hier nicht nur um akademische Fragen, um Forschung und Wissenschaft. Es geht ans Eingemachte, um die Praxis, konkret: um die Beachtung der Patientenrechte. So ist ein „Psychotherapeut“ z. B. verpflichtet, den Patienten bzw. Klienten über Behandlungsalternativen zu informieren.

Ein „Psychotherapeut“, der seine Aufklärungspflicht ernst nimmt, hätte seinen Klienten sinngemäß folgendes mitzuteilen1:

Auf Grundlage von ein paar tausend Therapiestudien und ein paar Jahrzehnten Forschungsarbeit kann als gesichertes Wissen gelten, dass der Erfolg der Psychotherapie nicht von der gewählten Methoden abhängt. Der Erfolg hängt auch nicht von der formalen Qualifikation des Therapeuten ab, von seinem Studium, von seiner Ausbildung, seiner Berufserfahrung. Auch die wissenschaftlichen Störungs- und Behandlungstheorien haben keinen Einfluss auf den Erfolg. Wir wissen heute, auf Basis von ein paar tausend Studien und ein paar Jahrzehnten intensiver Forschung, dass folgende Kriterien für Sie wichtig sind:

  1. Haben Sie Vertrauen zum Therapeuten (unabhängig von seinen Titeln, Orden und Ehrenzeichen)?
  2. Berücksichtigt der Therapeut Ihre Sicht der Dinge angemessen?
  3. Erscheint Ihnen sein Behandlungsvorschlag plausibel?
  4. Entsprechen die von ihm vorgeschlagenen Therapieziele Ihren Bedürfnissen?
  5. Gewährt er Ihnen genug Freiraum zur Entfaltung eigener, selbstbestimmter Initiative und Aktivität (sofern Sie dies wünschen)?
  6. Ist er Ihnen sympathisch genug, um gut mit ihm zusammenarbeiten zu können?”

Ein „Psychotherapeut“, der die Patientenrechte respektiert, hätte dem Patienten bzw. Klienten also zu sagen:

Die beste Behandlungsalternative für Sie (und für jeden anderen Klienten), ist die Therapie (gleich welcher Art) bei einem Therapeuten, bei dem sie möglichst viele Fragen der obigen Art aus tiefstem Herzen mit ‚Ja!‘ beantworten können. Im übrigen gibt es Selbsthilfegruppen, die keine schlechteren Ergebnisse haben als professionelle Helfer. Manchmal genügt ein Selbsthilfebuch. Manche haben genug Kraft, ohne fremde Hilfe weiterzukommen. Auch bewusstseinsverändernde Substanzen2 oder geistlicher Beistand können allein oder in Ergänzung zur Therapie hilfreich sein.“

Folgende Ausführungen finden sich auch – nicht eben zufällig – in der FAQ in der völlig unmoderierten Usenet Newsgroup de.sci.medizin.psychiatrie

Dies gilt generell nicht nur für Psychopharmaka, sondern für alle Drogen, einschließlich der illegalen. Der Konsum illegaler Drogen ist aber grundsätzlich nicht anzuraten, weil man sich damit vermeidbaren Ärger einhandeln kann und weil Drogen ohnehin so toll nicht auch wieder nicht sind.

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