Der Dämon hat gewonnen

In engem Schulterschluss rotzte und kotzte, spie Gift und Galle, würgte und greinte, fluchte und schimpfe, keifte und polterte die Allianz der Wohlmeinenden gegen den Dämon, gehüllt in den teuflischen Glanz der Hölle, gegen eine Attrappe, hinter der sich illustre Leutchen verbargen, die am Tresen in den Kneipen kaum ein Biergläschen umzustoßen sich trauen würden. So machten sie diesen infernalischen Papiertiger groß, größer und schließlich so groß, dass er ein ernstes Problem für unsere Demokratie werden könnte.

Auf allen Kanälen widmeten sie sich pausenlos diesem Monster, kannten kaum noch ein anderes Thema, auch wichtige Punkte fielen unter den Tisch, weil man sich nicht satt hören konnte an abwegigen Vergleichen des Monsters mit wahrhaften Teufeln, die glücklicherweise im Dunkel der Geschichte verschwunden und begraben sind. Es gibt keine fruchtbaren Schöße mehr, aus denen diese Brut erneut hervorbrechen könnte, weil sie die Verhältnisse geändert haben und die Niedertracht heute in anderen Formen wütet.

Nun also ist er da: der Papiertiger, stampft mächtig auf mit seinen Füßchen aus Pappmaschee und bemüht sich, wild, ganz wild zu schauen. Und alle, alle, die sich in engem Schulterschluss zusammengefunden haben, um sich in Emotionen zu ergeben, sind fest entschlossen, nichts zu begreifen, nichts zu lernen. Sie wollen den Papiertiger ausgrenzen, vergraulen, demütigen, als ob er an sich eine reale Gefahr wäre. Das ist er aber nicht. Er ist indirekt gefährlich, nämlich durch die irre Raserei, die er auslöst.

Diese irren Reaktionen werden ihn noch stärker machen. Denn diese Unfähigkeit, angemessen zu reagieren, war ja der Dünger, der den Wuchs der Denkart so machtvoll förderte, dass der Papiertiger seine beeindruckende Größe erst entfalten konnte.

Der Schlund der Hölle hat sich aufgetan. Man kann nun hineinblicken in diesen Abgrund, wenn man die Augenstärke besitzt, dies auszuhalten, so dass man dort nicht Schimären sieht, sondern den wahren Grund unserer Misere: Machtgier, Eitelkeit, Dümmlichkeit der Sonderklasse, Lethargie und vulgärste Faulheit – unser Land halt, so wie es ist zur Zeit.

Alles in allem: ein gerechter Ausgang der Wahl.

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