Die unerträgliche Unwahrscheinlichkeit, durch Terror zu Schaden zu kommen

Es wurde oft genug darüber geschrieben. Oft genug wurde deswegen der Kopf geschüttelt, dass die Leute nur so irrational sein können. Warum begreifen sie nicht: Für den Einzelnen bildet der Terrorismus keine nennenswerte Gefahr! Wesentlich größere Bedrohungen begleiten unseren Alltag, und wir ignorieren sie. Wenn wir sie uns bewusst machen, zucken wir mit den Achseln. Doch Terrorismus! Das ist etwas anderes. Wieso? Hat schiere Unvernunft unsere Gefahrenwahrnehmung aus dem Lot gebracht?

Terror ist nichts Neues im Nachkriegsdeutschland. Die RAF mordete eiskalt, blutrünstig und planmäßig. Doch sie suchte sich ihre Opfer gezielt aus. Der islamisch motivierte Terror jedoch kann jeden treffen. Die Täter machen keinen Unterschied. Sie halten drauf.

Um damit schlagen die islamisch motivierten Gewalttäter die entscheidende Volte. Der Angriff richtet sich gegen unser Volk, gegen uns alle,  gegen uns als Kollektiv. Man erklärt uns den Krieg. Und so reagieren auch die Leute. Die Statistik, die sich auf das Individuum bezieht, wird ausgehebelt. Wir sind als Nation bedroht. Der Hass richtet sich gegen unsere Lebensart. Deswegen sind viele aufgebracht, selbst wenn sie sich, nach kräftigen Durchatmen, durchaus klarmachen können, dass die Gefahr für sie persönlich lächerlich gering ist.

Auch wenn unser Volk ansonsten nicht gerade vor Nationalbewusstsein strotzt – in Sachen Terrorismus üben wir den Schulterschluss. Da sind wir dann alle betroffen, wenn Einzelne sterben müssen. Diesen Effekt kann man nicht psychologisch hinwegerklären, etwa durch die Verfügbarkeitsheuristik, die besagt, dass die Terrorangst irrationale Ausmaße angenommen hätte, weil die Medien zu viel über Terror und zu wenig über alltägliche Gefahren berichteten.

Nein, wie in jedem Krieg gliedern die Menschen ihr Erfahrungsfeld nun schwarz-weiß in Freund und Feind. Das ist natürlich der gewünschte Effekt, der von den islamisch motivierten Gewalttätern gewünschte Effekt. Sie wollen uns auseinanderdividieren. Sie wollen uns, die Nicht-Muslime, gegen unsere muslimischen Mitbürger und Landsleute aufbringen und diese dann in der Folge gegen uns, die Ungerechten, die Ungläubigen.

Das ist eine simple Logik, eine brutale Logik, das ist die Logik des Machtspiels, so wie es gespielt wird seit Anbeginn der Zeiten. Wir haben es hier nicht mit Psychologie zu tun, sondern mit einem genetisch verankerten Reflex, der sich ausbildete, als unsere Vorfahren noch in kleinen Gruppen durch die Savannen streiften.

Dieser Reflex ist mächtig, sehr mächtig. Er setzt sich gegen gute Worte durch, gegen Beschwichtigungen, gegen alle Vernunft. Nicht jeder reagiert gleichermaßen heftig. Die Zivilisierteren unter uns versuchen, den Impuls zu unterdrücken. Jene, die der Wildnis noch näher stehen, brüllen ihre Wut hinaus. Das ist aber kein Ausdruck von Demütigung und Ohnmacht, wie manche Wutbürger-Versteher wähnen, sondern das ist Kriegsgebrüll: Der Gegner soll wissen, wie mächtig, wie wehrhaft wir sind.

Die Indianer scharen sich um die Furchtlosesten und Kampflustigsten und machen sie zu Häuptlingen. Und alle, alle Politiker versuchen nun, dem Wahlvolk zu suggerieren, dass sie den Feind erkannt hätten und die Gefahr zu bannen wild entschlossen seien. Und mögen auch die ergriffenen Maßnahmen noch so sinnlos sein; Hauptsache, sie wirken martialisch.

Es ist Krieg.

In Kriegen wird getötet, gebrandschatzt und vergewaltigt. Deswegen werden die sexuellen Übergriffe von Flüchtlingen und anderen Migranten ja auch in einen anderen Rahmen eingeordnet. Die hilft es wenig, wenn Wohlmeinende darauf hinweisen, dass die überwiegende Zahl der Täter deutsch sei. Vergewaltigungen von Migranten, insbesondere von Muslimen werden als Kriegshandlungen gedeutet, vielleicht nicht bewusst, aber unbewusst.

Es ist Krieg.