Die so genannte Multiple Persönlichkeitsstörung

Vorbemerkung

Was für die so genannten psychischen Krankheiten generell gilt, trifft natürlich auch auf die so genannte „Multiple Persönlichkeitsstörung“ bzw. die „Dissoziative Identitätsstörung“ zu: Die Ursachentheorien sind umstritten und unbewiesen; an der Existenz der Phänomene, auf die sich diese Diagnosen beziehen, kann aber nicht mit vernünftigen Argumenten gezweifelt werden:

Es gibt Menschen, deren Verhaltensmuster im Zeitverlauf so extrem widersprüchlich sind, dass die Interpretation dieser Brüche als „Stimmungsschwankungen“ oder „emotionale Instabilität“ nicht plausibel erscheint. Sie sprengen den Rahmen einer „normal widersprüchlichen“ Kontinuität psychischer Produktionen.

Umstritten, auch in der Mainstream-Psychiatrie, ist, ob diese bizarren Verhaltensmuster tatsächlich von einer eigenständigen „psychischen Krankheit“, die als natürliche Entität betrachtet werden kann, hervorgebracht werden. Eine nennenswerte Zahl von Psychiatern und anderen Experten hält dieses „Syndrom“ für eine „iatrogene Störung“, die durch Suggestionen von Psychotherapeutinnen hervorgerufen wird.

Die Standard-Theorie der Ursachen (Ätiologie) dieser mutmaßlichen Erkrankung ist also auch in Kreisen der Psychiatrie keineswegs unumstritten (Lilienfeld, & Lynn 2003) .