Manöver unterm Atompilz

Ein gigantischer Menschenversuch

Zwischen 1945 und 1962 verwirklichten die USA 235 atmosphärische Nukleartests im eigenen Land, im Atlantik und im Pazifik. 1963 verpflichteten sich die Vereinigten Staaten, die Sowjetunion und Großbritannien, in Zukunft auf atmosphärische Atomtests zu verzichten.1

Insgesamt nahmen ca. 220.000 militärische und zivile Angehörige der Streitkräfte bzw. des Verteidigungsministeriums der Vereinigten Staaten an den Atomtests teil (Ponton et al., 1982c, 12). Bei diesen Tests wurden jedoch nicht nur die Waffen überprüft, sondern auch Soldaten und militärisches Hilfspersonal evaluiert. Die militärische und die politische Führung fragte sich, ob die Soldaten den physischen und vor allem den psychischen Anforderungen überhaupt gewachsen seien, die sich mit dem Einsatz von Nuklearwaffen verbanden. US-Soldaten reinigten verstrahlte Schiffe; duckten sich in Schützenlöcher, während die Testwaffen detonierten; Piloten flogen durch nuklear verseuchte Wolken; Rekruten marschierten nach einem Atombombenabwurf durch radioaktives Gelände in der Nähe des Ground Zero; Fallschirmspringer landeten neben Kratern, die Atombomben kurz zuvor in den Wüstenboden Nevadas gegraben hatten.